Liebe Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Deizisau e.V.,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
im Jahr 1926 gegründet – und im Jahr 2026 moderner denn je: Der Obst- und Gartenbauverein Deizisau feiert sein 100-jähriges Jubiläum!
Ein Jahrhundert Naturverbundenheit, Leidenschaft und Gemeinschaft liegen hinter dem Verein. Doch wer glaubt, der OGV ruht sich aufgrund seines 100-jährigen Bestehens auf seiner Tradition aus, der muss nur einen Blick auf das Engagement des Vereins werfen – und staunt, wie zeitgemäß, innovativ und lebendig die Vereinsarbeit als Obst- und Gartenbauverein heute sein kann.
Der OGV ist ein Verein, der Brücken baut: zwischen Generationen, zwischen Tradition und Zukunft, zwischen Mensch und Natur. Er verbindet Menschen, die Freude daran haben, gemeinsam etwas wachsen zu lassen – im Garten, im Ort und in unserer Gemeinschaft.
Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der Projekte, die der OGV initiiert und mit großem ehrenamtlichem Einsatz verwirklicht. Sie stehen beispielhaft für den Geist dieses Vereins: neugierig, lösungsorientiert, naturverbunden und immer mit einem Blick darauf, was unsere Gemeinde bereichert.
Eine besondere Erfolgsgeschichte ist zweifellos der Deizisauer Apfel-Cidre. Aus der einfachen Frage „Was machen wir aus all den Äpfeln unserer Streuobstwiesen?“ wurde eine Idee – und aus der Idee ein Produkt, das sich großer Beliebtheit erfreut. Der Cidre verbindet alles, was den OGV ausmacht: Wertschätzung für unsere Streuobstwiesen, regionale Produktion, hochwertige Verarbeitung und eine frische, kreative Handschrift. Seit seinem ersten Auftritt beim Neujahrsempfang 2019 begeistert der Cidre nicht nur die Menschen, sondern zeigt auch: Streuobstpflege kann ein neues, modernes Gesicht haben.
Genauso wegweisend sind die Projekte des OGV im öffentlichen Grün. Die nachhaltigen Staudenmischpflanzungen auf Verkehrsinseln, entlang unserer Straßen und in den Pflanzbeeten, schaffen nicht nur ökologische Vielfalt – sie geben unserem Ort ein freundliches, farbenfrohes und dauerhaft pflegeleichtes Gesicht. Hier zeigt der OGV, wie naturnahe Gestaltung und Gemeinwohlorientierung Hand in Hand gehen.
Mit großer Sensibilität wurde auch das Bewohner-Beet in unserem Pflegeheim „Palmscher Garten“ geplant und gestaltet. Pflegeleichte, robuste und vertraute Stauden, die Farbe, Duft und Struktur ins Leben der Bewohnerinnen und Bewohner bringen – das ist gelebte Gemeinwesenarbeit. Ein Beet, das einlädt, berührt und Erinnerungen weckt.
„Gemeinsam aktiv für Natur und Garten“ – dieses Motto prägt den Verein. Ob Pflanzaktionen, Blühwiesen oder Umweltbildungsprogramme für Jung und Alt: Der OGV schafft Räume, in denen Wissen weitergegeben, Natur erlebbar gemacht und Verantwortung gemeinsam getragen wird. Er spricht Menschen unterschiedlicher Generationen an und zeigt, wie lebendig Ehrenamt sein kann.
In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit, Biodiversität und regionale Lebensmittel eine immer größere Bedeutung haben, ist die Arbeit des OGV aktueller denn je. Der Verein ist nicht nur Bewahrer, sondern auch Vorreiter – und damit ein wichtiger Partner in unserer zukunftsorientierten Gemeinde.
Zum 100-jährigen Jubiläum danke ich allen, die diesen Verein tragen und geprägt haben: den langjährigen Mitgliedern, den engagierten Vorständen, den aktiven Helferinnen und Helfern, den kreativen Köpfen und den vielen Menschen, die mit anpacken, wenn es etwas zu tun gibt.
Ihr Einsatz bereichert unseren Ort – sichtbar in jedem Beet, jeder Wiese und jedem Apfel, aber auch unsichtbar in der Gemeinschaft, die Sie stärken.
Der Obst- und Gartenbauverein ist ein fester, wertvoller Bestandteil unseres Deizisauer Kulturlebens.
Ich gratuliere herzlich zum 100-jährigen Jubiläum und wünsche dem Obst- und Gartenbauverein Deizisau e.V. weiterhin Mut, Ideen, Freude am gemeinsamen Tun – und viele Menschen, die begeistert mitmachen.
Herzlichst, Ihr
Thomas Matrohs
Bürgermeister der Gemeinde Deizisau
Grußwort der Vorsitzenden des Kreisverbandes Christel Schäfer
Der Obst- und Gartenbauverein Deizisau feiert im Jahr 2026 sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Als Kreisvorsitzende möchte ich dem Verein und seinen Mitgliedern die herzlichsten Glückwünsche übermitteln. Mein besonderer Dank und meine Anerkennung gilt denjenigen, die mit viel Engagement und Idealismus die Geschicke des Vereins zur vollsten Zufriedenheit seine Mitglieder lenken. Ein rundes Jubiläum, noch dazu ein hundertjähriges, ist jedoch nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern gibt auch Anlass für einen kurzen Rückblick. Wenn ein Verein auf 100-jähriges Bestehen zurückblicken kann, darf sich jeder ausmalen, welche Höhen und Tiefen er in diesem Zeitraum schon erlebt hat. In den Kriegs- und Notzeiten, aber auch heute ist es immer noch ein Bedürfnis der Menschen, in Kameradschaft und Freundschaft zusammenzustehen und auch manchmal schwierige Situationen gemeinsam zu meistern.
Die gemeinsame Freude und das Interesse am Obst- und Gartenbau ließen die Mitglieder des OGV Deizisau zusammenwachsen.
Ich möchte nicht das Klagelied von der Überalterung in Vereinen anstimmen, denn wer den Obst- und Gartenbauverein Deizisau betrachtet, der stellt erfreut fest, dass dieser Verein Zukunft hat. Dass insgesamt die Zeiten schwieriger geworden sind, lässt sich nirgendwo verleugnen; doch gerade ein solches Jubiläum sollte als Motivationsschub für einen Aufschwung dienen, denn neue, junge Mitglieder sind die Zukunft des Vereins.
Mein Dank gilt an dieser Stelle dem umsichtigen und sehr aktivem Vorstand, seinem Beirat und vor allem auch den treuen Mitgliedern, sowie all den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihr großartiges Engagement im Verein. Nur dank solch vorbildlicher Tätigkeit und durch diesen unermüdlichen Einsatz ist ein intaktes Vereinsleben möglich.
Dem Obst- und Gartenbauverein Deizisau wünsche ich weiterhin eine gute, harmonische Zusammenarbeit, immer viel Erfolg bei den unterschiedlichsten Aufgaben und zur Sicherung der Zukunft viele neue Mitglieder, vor allem aus den Reihen der Jugend.
Christel Schäfer
Vorsitzende
Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Esslingen
Grußwort des 1. Vorsitzenden Marc Lenz
„Kann ein Verein alt werden?“, das kann man sich schon fragen. Aber sie ist eigentlich falsch. Die Ideen und Ziele eines Vereins können aus der Mode kommen, oder nicht mehr den Zeitgeist treffen. Dann wird es für einen Verein schwierig, seine Ziele weiterhin in der Gesellschaft zu platzieren. Aus einem aktiv die Zeit und das Leben gestaltenden Verein wird dann eine Einrichtung, die ähnlich einem Museum, eine Idee konserviert, die einmal von Bedeutung war.
Vielleicht werden die Mitglieder eines Vereins im Durchschnitt älter, ein Schicksal, das viele Vereine trifft, die keine explizite Jugendarbeit betreiben, in diesem Fall sind es dann die Inhalte, die für sich sprechen müssen, damit der Verein nicht an Attraktivität verliert und für die Öffentlichkeit sicht- und erlebbar bleibt.
In den letzten Jahren hat sich der OGV Deizisau in vielfältiger Weise verändert und neben traditionellen Angeboten und Aufgaben neue Wege beschritten, um „jung“ zu bleiben trotz seiner jetzt 100jährigen Tradition. Ich bin dankbar und froh ein Teil dieser Entwicklung sein zu können, neugierig auf die kommenden Jahre und sage ganz klar: Nein, wir bleiben erfrischend lebendig.
Auf die nächsten 100 Jahre.
Marc Lenz
Die Vereinsleitung im Jubiläumsjahr 2026
Die Vereinsführung seit der Gründung
Die bisherigen Vorstände des Obst- und Gartenbauvereins
Funktionsträger seit Vereinsgründung
1. Vorsitzende

Heinrich Kielmann

Ehrenfried Taxis

Wilhelm Maier

Albert Schultheiß

Wilhelm Maier

Walter Fahrion

Helmut Bienz

Adam Krüll

Marc Lenz
2. Vorsitzende (erst seit 1949)
Wilhelm Müller
Willi Schurr
Helmut Schmidetter
Adam Krüll
Oliver Renz
Kassier
Ehrenfried Taxis
Albert Huttenlocher
Gottlieb Carle
Clemens Scheminger
Helmut Bienz
Eugen Huttenlocher
Matthias Pfeifer
Schriftführer
August Dörnach
Heinrich Schmid
Erwin Schultheiß
Albert Schultheiß
Albert Kley
Wilhelm Kallfaß
David Fahrion
Suse Taxis
Bernd Müller
Dieter Müller
Eike Krauss
Uwe Fahrion
Es fällt auf, dass der Verein bei den wesentlichen Funktionsträgern einen äußerst geringen Wechsel hat. Nur 9 Vorsitzende steuerten während der 100-jährigen Geschichte das Vereinsschiff. Der derzeitige Kassier begleitet dieses Amt seit nunmehr 31 Jahre. Dadurch waren und sind naturgemäß die besten Voraussetzungen für eine kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit des Vereins gegeben. Dies ist in herausfordernden Zeiten mit sich stets veränderten Randbedingungen allerdings auch nötig.
Aus der Vereinsgeschichte
Vereinsgründung
Als im Jahre 1926 Obstbaumwart Heinrich Kielmann und weitere 26 Deizisauer im Gasthaus „Zum Löwen“ unter Mitwirkung von Kreisbauinspektor Renz aus Zell den Obstbauverein aus der Taufe hoben, waren auf der Gemarkung gerade die 1922 begonnene Feldbereinigung in den Gewanden „Rechts der Straße nach Köngen“ sowie die Entwässerung der „nassen Gebiete“ abgeschlossen. Aus dieser Zeit stammen somit die kilometerlangen, von Hand ausgehobenen, Gräben zur Entwässerung der „Reinhardsäcker“ mit dem 1985 angelegten Biotop am beginnenden Körschfeld sowie an den Rotäckern entlang der Markungsgrenze nach Köngen.
Der seit 1890 bestehende Darlehenskassenverein begann im Gründungsjahr 1926 mit dem Neubau eines Lagerhauses in der „Neue Straße“, da der Platz in der alten Kelter zur Versorgung der Bürger mit landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln längst zu klein geworden war.
In Deizisau gab es im Gründungsjahr 17 Pferde, 466 Stück Rindvieh, 380 Schafe, 61 Schweine und 112 Ziegen. Auch das Federvieh war mit 289 Gänsen, 37 Enten und 2531 Hühnern stark vertreten.
Zur Aufrechterhaltung der Ordnung in Feld und Flur beschäftigte die Gemeinde einen Feldschütz. Dieses Amt begleitete von 1919 bis 1929 Florian Taxis und von 1929 bis 1931 Richard Taxis. Damit alles seine Ordnung hatte, waren seine Dienstobliegenheiten wie folgt beschrieben: „…alle Tage solle er fleißig in die Gehölz, Feld und Wald gehen und gute Acht und Wacht haben. Alle 14 Tage hatte er die Brunnentröge zu reinigen. Bei Zechen der Gemeinde soll der Schütz nicht dabeibleiben, sondern, wenn er ein halb Maß Wein getrunken, soll er sich wieder auf das Feld und in den Wald verfügen, damit inzwischen kein Schaden geschehe…“
Mit Heinrich Kielmann beschäftigte die Gemeinde Deizisau einen eigenen Baumwart. Schließlich besaß sie im Gewann Egert mit 3,5 ha eine große zusammenhängende Obstbaumanlage. Trotzdem wurde am Ort zu wenig Obst erzeugt. Die Beschaffung des Obstes, insbesondere des so dringend benötigten Mostobstes stellte für die Deizisauer ein großes Problem dar. Hatten dann noch Hagelschläge die Ernte vernichtet und die Bäume für die Folgejahre geschädigt, so war die Beschaffung des Rohstoffes für das schwäbische Getränk oft gefährdet. Der Darlehnskassenverein besorgte dann das Obst unter großen Anstrengungen aus dem Ausland. Die Deizisauer mussten dafür tief in die Tasche greifen.
Aus den Protokollen entnehmen wir, dass um die Wende zum zwanzigsten Jahrhundert ein Zentner Äpfel 4,59 Mark kostete. Ein Fabrikarbeiter verdiente zu dieser Zeit etwa 2,50 Mark am Tag. Zwei bis drei Monate musste er also arbeiten, um das Obst für die üblichen Mostmengen zu erstehen. Das Obst und dessen Erzeugung spielten also zu jener Zeit eine wichtige Rolle zur Versorgung der Bevölkerung.
Dies war auch dem damaligen Deizisauer Bürgermeister Gotthilf Kirchner klar. Er war deshalb nicht nur Gründungsmitglied des Vereins, sondern kommentierte die Vereinsgründung wie folgt: „Die Gründung des Obstbauvereins zeugt von dem lebhaften Interesse insbesondere auch jüngerer Leute an der Vorwärtsentwicklung des Obstbaues. Zweck und Ziel fassen sich darin zusammen, den Obstbau gemeinsam zu fördern, d.h. durch Anbau von Edelsorten die Konkurrenz des Auslandes mehr und mehr zu verdrängen. Ferner sollen durch den gemeinsamen Einkauf bestimmter Edelreiser die Sorten einheitlich gestaltet werden. Auch die Anschaffung von Geräten zur Schädlingsbekämpfung vollzieht sich in gleicher Weise. Mögen sich dem Verein immer mehr Anhänger anschließen, um so der Allgemeinheit zu dienen und gleichzeitig zur Selbständigkeit des ganzen Landes beitragen.“
Zweck und Ziel des Vereins waren also klar abgesteckt. Durch intensive Schulung der Baumbesitzer, durch Vorträge und durch praktische Unterweisung in Schnitt- und Veredelungslehrgängen sollten Ertrag und Qualität des Obstes verbessert werden.
Um die Leistungsfähigkeit der gemeinsamen Bestrebungen zu dokumentieren, wurde bereits 1927 die erste Obstausstellung abgehalten. Weitere Ausstellungen wurden in zweijähriger Folge veranstaltet.
Bereits nach kurzer Zeit hatte der Obstbauverein seinen festen Platz in der Gemeinde. 1935 zählte der Verein 135 Mitglieder, was acht Prozent der Bevölkerung entsprach.
Die Bedeutung des Obstbaus und damit auch des Obstbauvereins wurde auch dadurch unterstrichen, dass die Gemeinde Deizisau Gründungsmitglied war.
Sie ist nach wie vor Mitglied des Obstbauvereins Deizisau. Nach Bürgermeister Kirchner sorgten Bürgermeister Hermann Ertinger und Gehard Schmid für diese Kontinuität. Seit 2009 findet der Verein bei Bürgermeister Thomas Matrohs ein stets offenes Ohr für seine Belange.
Die 27 Gründungsmitglieder stellten ihren Verein unter folgendes Motto:
Hast du einen Raum
so pflanz‘ einen Baum;
doch pflegst du ihn fein
so bringt dir’s was ein.
Die Vereinsgründer
| Vorstand: | Heinrich Kielmann, Gemeindebaumwart |
| Kassier: | Ehrenfried Taxis, Landwirt |
| Schriftführer: | August Dörnach, Baumwart |
| Beisitzer: | Ludwig Schultheiß, Landwirt |
| Albert Huttenlocher, Schlosser | |
| Otto Geibel, Schlosser |
Die ersten Vereinsjahre
Deizisau hatte das Glück, mit ihrem Baumwart Heinrich Kielmann einen Mann in der Gemeinde zu haben, der sich schon in jungen Jahren dem Obstbau verschrieben hatte und dies mit Erfolg. Bereits 1903. also knapp 30-jährig, wurde ihm anlässlich des landwirtschaftlichen Bezirksfestes in Plochingen ein erster Preis für „musterhafte Obstbaumanlagen“ zuerkannt. Die nächsten Urkunden mit ähnlichem Inhalt datieren aus den Jahren 1905 und 1907. Wir schätzen uns glücklich, solche Dokumente zu besitzen. Verdeutlichen sie doch die Gründe für den steilen Anstieg der Mitgliederzahlen unmittelbar nach Vereinsgründung. Es war einfach die Kompetenz, die der erste Vorstand mit in den Verein einbrachte und von der sämtliche Mitglieder profitieren konnten. So wundert es nicht, dass 25 Prozent der Gründungsmitglieder Landwirte waren.
Der Erfahrungsaustausch bezüglich der „für unsere Nordlage besonders günstigen Obstsorten und deren Pflege“ – wie es in einem Ausschussprotokoll zu lesen ist – waren jedoch für alle Grundstückseigentümer von Bedeutung. Mit seinen Schulkameraden Heinrich Bantel (eingetreten 1933) und Wilhelm Müller (eingetreten 1929) fand Heinrich Kielmann zusätzlich zu seinem aktiven und fachkundigen Vereinsausschuss mit Ehrenfried Taxis, August Dörnach, Ludwig Schultheiß, Albert Huttenlocher und Otto Geibel tatkräftige Unterstützung.
In den ersten Jahren war diese auch dringend notwendig. In Hohenheim holte man nicht nur die neuesten Erkenntnisse bezüglich des Pflanzens und Pfropfens, man absolvierte dort auch regelmäßig Schnittkurse. Das Beschaffen der Jungpflanzen in Hohenheim erforderte eine mehrtägige Reise mit dem Kuh- oder Ochsengespann. Doch nichts war den Männern um Heinrich Kielmann zu viel, um den Obstbau in Deizisau voranzubringen.
Für den jungen Verein war es deshalb ein besonders schwerer Verlust, als Heinrich Kielmann 1935 plötzlich verstarb. Kassier Ehrenfried Taxis musste über Nacht die Vereinsführung übernehmen; und er tat dies mit Erfolg. Besondere Unterstützung bekam er durch Heinrich Schmid, der auch als Schriftführer tätig war.
Heinrich Schmid veranstaltete bereits im Januar 1936 anlässlich der Hauptversammlung des Vereins eine Obstausstellung und setzte damit Akzente. Durch diese Aktivitäten stieg die Mitgliederzahl stetig an und erreichte vor Kriegsbeginn die stattliche Zahl von 165 Mitgliedern.
Kriegsjahre
Die Kriegs- und Nachkriegsjahre hatten auch ihre gravierenden Auswirkungen auf das Vereinsleben des Obstbauvereins. Fünf Mitglieder kehrten nicht mehr nach Deizisau zurück. Diejenigen, die nicht ins Feld mussten, wurden in Versammlungen aufgerufen „intensiv zu arbeiten, um unser Volk in kurzer Zeit mit deutschem Obst versorgen zu können“. Die Mitglieder wurden ermahnt, den Obstbau intensiv weiterzuführen, im eigenen Interesse und zum Segen für das ganze deutsche Volk“.
Als im Jahre 1942 die Düngemittel knapp wurden, wurde empfohlen, durch kräftiges Auslichten die Qualität zu verbessern. Filmvorführungen und Referate sollten den „gerade wegen des Krieges so besonders wichtigen Anbau von Beerenobst verbunden mit Zwischenkulturen“ fördern. Immer wieder wurden die Mitglieder aufgerufen „durch Steigerung in der Obstversorgung ihre Pflicht im Interesse des ganzen Volkes zu erfüllen.“
Im Juli 1943 wurde die Obstablieferungspflicht bekannt gegeben, „um jene zu unterstützen, die noch weniger haben“. Ab Ende 1943 wurde es besonders hart für die Bevölkerung. Die für Dezember 1943 geplante Hauptversammlung wegen Saalknappheit ausfallen und die Hauptversammlung 1944 wurde kurzfristig wegen der Gefahr von Fliegerangriffen abgesagt. Auch die Hauptversammlung 1945 konnte wegen Saalknappheit und der immer stärker werdenden Fliegergefahr nicht stattfinden.
Am 24.11.1945 verkündete Baumwart Heinrich Schmid den Austritt aus dem Ausschuss, versprach aber, den Verein weiter zu unterstützen. Am 25.5.1946 musste Ehrenfried Taxis dem Ausschuss bekannt geben, dass er aufgrund eines Schreibens des Landratsamtes nicht mehr im Vorstand weiterarbeiten dürfe. Auch Kreisobstbauinspektor Renz durfte sein Amt nicht mehr ausführen. Die Hauptversammlung 1946 wurde deshalb vom Kassier einberufen und geleitet. Anlässlich dieser Hauptversammlung trat der gesamte Ausschuss zurück und eine neue Vereinsführung mit Wilhelm Maier übernahm die Geschicke des Vereins. Diese hatte kein leichtes Amt.
Obwohl der Bedarf an Obst sehr hoch war, war die Mitarbeit in den Vereinen durch die Nachkriegs-aktionen in Misskredit geraten. Die Mitgliederzahl sank auf das Rekordtief von 122 Mitgliedern im Jahr 1951. Auch der Aufruf des 1946 zum Vorstand des Kreisverbandes gewählte Emil Grimm aus Plochingen (Obsterzeuger können viel dazu beitragen, die schwierige Lage der Ernährungswirtschaft zu überwinden) konnte das Desinteresse am Vereinsleben nicht beheben.
Erst als 8. Mai 1951 Kreisobstbauinspektor Renz mitteilte, dass „er nach zweieinhalbjähriger Außerdienstsetzung erfreulicherweise das Amt des Kreisobstbauinspektors wieder übernehmen dürfe“ und damit wieder erfahrene Berater zur Verfügung standen, entwickelten sich die Mitgliederzahlen langsam aber stetig nach oben. Im Jahr zählte der Verein 170 Mitglieder.
Eintrag ins Vereinsregister
Der Verein wurde 1926 als „Obstbauverein Deizisau“ gegründet. Durch vermehrte Wahrung der Interessen der Gartenfreunde wurde der Name im Jahre 1957 in „Obst-und Gartenbauverein Deizisau“ geändert. Die Eintragung ins Vereins-Register wurde bereits im Jahre 1978 im Zusammenhang mit dem Bau einer vereinseigenen Garage als Lager- und Verkaufsraum für Pflanzenschutzmittel diskutiert und am 3.3.1978 anlässlich der Hauptversammlung von den Mitgliedern beschlossen. Dieser Beschluss kam jedoch nicht zur Ausführung, da die Gemeinde eine Garage in der Zehntstraße zur Verfügung stellte. Diese Garage wurde dann auch im Jahre 1979 bezogen, wodurch die alte Blechgarage in der Bismarckstraße abgebrochen werden konnte.
Anlässlich einer Ausschusssitzung wurde am 6.12.1991 erneut über die Eintragung ins Vereinsregister verhandelt.
Erst am 8.12.1992 lag die hierfür erforderliche Satzungsänderung vor. Die Hauptversammlung stimmte am 12.2.1993 zu und seit dem 26.10.1993 ist der Obst- und Gartenbauverein ins Vereins-Register eingetragen.
Unterstützung der Mitglieder
Zur Unterstützung seiner Mitglieder bei deren vielseitigen Aufgaben bot der Verein vielfältige und stets den Erfordernissen angepasste Unterstützung an.
Warenverkauf
Die kostengünstige Versorgung seiner Mitglieder mit Waren und Geräten war schon immer ein großes Anliegen des Vereins. Waren und Geräte wurden in vereinseigenen Schuppen oder Garagen gelagert und an die Mitglieder abgegeben bzw. vermietet. Führte man im Warenangebot früher vor allem auch Düngemittel, so beschränkt sich der Warenvertrieb später auf die Abgabe von Spritzmitteln. Dabei legte der Verein sehr großen Wert auf fachmännische Beratung.
Den Spritzmittelverkauf übernahm zunächst der 1928 in den Verein eingetretene Heinrich Schurr. Er war nicht nur wegen seiner gepflegten Baumwiese im Gewann Fuchsen anerkannt und geschätzt. Nach seinem Tod im Jahre 1958 sprang sein Sohn Willi in die Presche. Aus gesundheitlichen Gründen übergab er dieses Amt 1969 an Walter Fahrion, B67der zu dieser Zeit bereits fünf Jahre erster Vorsitzender war.
Walter Fahrion wurde von Ausschussmitglied Hans Malmsheimer unterstützt. Beide gaben diese Aufgabe 1994 an Helmut Bienz und Adam Krüll. Adam Krüll war der Verkauf und die Unterstützung der Mitglieder eine Herzensangelegenheit.
Die behördlichen Auflagen, vor allem beim Verkauf von Spritzmitteln, wurden jedoch von Jahr zu Jahr strenger. so durften Spritzmittel nur noch an Personen mit dem Nachweis einer fachlichen Unterweisung abgegeben werden. Da auch die Nachfrage durch die Mitglieder immer weiter abnahm, stellte Adam Krüll seine lieb gewonnene Unterstützung im Jahre 2006 ein.
Lagerschuppen
Der für die Lagerung der Geräte und den Vertrieb der Waren erforderliche Schuppen könnte seine eigene Geschichte schreiben. Im Jahre 1949 wurde der erste vereinseigene Schuppen gebaut. Vorher wurden die Geräte in privaten Räumen der Ausschussmitglieder untergebracht. Das Gerüstholz wurde von der Gemeinde erstanden. Der Kassier wurde beauftragt, von Fachleuten Auskunft über „Schwarten- oder Bretterverwendung“ einzuholen und „deren Kostenunterschiede“ zu ermitteln. Der Schuppen wurde auf einem von Frau Luise Lauster, Witwe, gepachteten Platz erstellt. Bereits vier Jahre später, 1953, musste er allerdings wegen des Baus eines Zweifamilienhauses umgesetzt werden. Der zweite Vorsitzende Wilhelm Müller stellte den hierfür erforderlichen Platz zur Verfügung. 1955 wurde dieser Schuppen für 400 DM an Wilhelm Müller verkauft.
Der Verein pachtete einen neuen Schuppen. 1959 musste auch dieser Schuppen versetzt werden. Bei dieser Gelegenheit wurde er von Otto Seifried neu gestrichen. Schon 1964 musste wegen Überbauung des Grundstückes der Schuppen neu versetzt werden. 1967 und 1971 erfolgten weitere Standort-veränderungen. 1979 erfolgte der Bezug der neuen gemeindeeigenen Garage in der Zehntstraße und die vielgereiste Blechgarage, die ihren letzten Stand an der Ecke Bismarck-/ Jahnstraße hatte, wurde abgebrochen.
Austriebsspritzung
In der Zeit vom 23. – 31.3.1936 wurde durch den Obstbauverein die erste zentrale Austriebspritzung auf hiesiger Gemarkung durchgeführt. Eine Tradition, die lang fortgeführt wurde. Damals wurden 3607 Obstbäume in den Gewanden Innere und Äußere Hofäcker, Untere Wüste, Gemeindewasen, Schurr, Körschfeld, Gsaidhau und Gmäuer gespritzt. Die erforderliche Motorspritze wurde von der Amtskörperschaft Esslingen zur Verfügung gestellt.
Die Spritzung wurde durchgeführt von Karl Sauereisen (sen.), Landwirt, und den Helfern Heinrich Schmidetter, Glaser, und Karl Taxis, Schuhmacher. Zur Feststellung der Grundstücke waren Richard Taxis, Feldhüter, und Heinrich Schmid, Baumwart, tätig.
Gespritzt wurde mit einer achtprozentigen Obstbaumkarbolineum-Lösung. Der Verbrauch betrug 2050 Liter. Der Preis für 1 kg Karbolineum war 22 Pfennig. Das Spritzen kostete je nach Baumgröße 10 bis 30 Pfennig. Der Arbeitslohn betrug für den Fuhrmann 1,30 RM nebst Pferd. Für die Spritzer wurden 80 Pfennig sowie zusätzlich 20 Pfennig als Kleider- und Schmutzzulage verrechnet. Im Jahre 1937 wurde die erste fahrbare motorisierte Schädlingsbekämpfungsspritze zu einem Kaufpreis von 1590 RM angeschafft. Der Finanzierungsmodus macht das große öffentliche Interesse an der Anschaffung und der damit verbundenen Durchführung von regelmäßigen Spritzungen deutlich:
Gemeindeverwaltung 1000 RM, Entnahme Vereinskasse 404,80 RM, Rabatt 47,70 RM, Kreditaufnahme (4 Jahre) 100 RM, Spende Firma Otto Schanbacher 37,50 RM.
Zur Erlernung der fachgerechten Handhabung und Bedienung der teuren Anschaffung besuchten die Verantwortlichen, Vorstand Ehrenfried Taxis und Ausschussmitglied Albert Huttenlocher einen „Aufklärungskurs“ bei der Firma Holder, Metzingen.
Welche Bedeutung der Spritzung der Obstbäume beigemessen wurde, kann vielleicht durch die Tatsache verdeutlicht werden, dass ab 1938 jede Gemeinde in bestimmten Gewanden Zwangsspritzungen durchzuführen hatte. Dabei stritten sich die Mitglieder in ihren Versammlungen, welche Gewanden denn nun zwangsweise gespritzt werden sollten. Durch diese Maßnahme stieg die Anzahl der durch den Obstbauverein gespritzten Bäume von Jahr zu Jahr: 1938 waren es 5000 Bäume und 1941 6000 Bäume.
Die im Zusammenhang „eines Antrags auf Erstellung einer Dringlichkeitsbescheinigung für die Beschaffung von Pflanzenschutzgeräten“ angegebenen 11000 Bäume im Jahre 1948, sollten allerdings wohl eher den dringenden Bedarf einer neuen Motorspritze unterstreichen.
Im Jahre 1947 konnten keine Winterspritzer gefunden werden. Und dies, obwohl der Verein schon im Jahre 1942 eine Haftpflicht für die an Menschen oder Tieren herbeigeführten Schäden durch Spritzen“ abgeschlossen hatte. Somit blieb nichts anderes übrig, als dass der Vorstand selbst die Austriebspritzung übernahm. Vielleicht hat auch dies dazu geführt, dass man bereits ein Jahr später die Baumbesitzer aufforderte „zur Erleichterung und Verbilligung des Spritzens Wasserbecken auf den Grundstücken anzulegen“. Dieser Aufforderung kam man zwar nur bedingt nach, aber in aufgestellten Holzzubern wurde das Regenwasser vor Ort gesammelt, um so das Spritzen zu erleichtern. Trotzdem war es immer wieder schwierig, Personal für die Durchführung der Spritzungen zu gewinnen. Deshalb war man froh, 1963 eine längerfristige Lösung gefunden zu haben.
Die 1962 mit Unterstützung aus Mitteln des Grünen Planes beschaffte 400-Liter-Motorspritze unterstützte diese längerfristigen Planungen.
Von 1967 – 1983 führten Eugen Sauereisen und Adam Krüll die Austriebspritzung durch. Als deren Nachfolger konnte 1983 Werner Clauss und Bernhard Unseld gewonnen werden. Seit 1998 sorgen Werner Federer und Fahrer Lutz Seifried für das fachgerechte Spritzen der ca. 110 Parzellen. Dafür werden zehn Fass (ca. 4000 Liter) Spritzbrühe benötigt.
Der Bedarf an der Frühjahrspflege, wie die Frühjahrspritzung später genannt wurde, fand immer weniger Interessenten. Es machte für die Menschen keinen Sinn, für viele Früchte zu sorgen, die später keinen Abnehmer fanden. Außerdem stiegen nicht nur die Preise für die Spritzmittel enorm an, auch hier schlug die Bürokratie mit ausufernden Auflagen zu. Schließlich wurde diese, über Jahrzehnte wesentliche Unterstützung unserer Mitglieder im Jahre 2018 eingestellt. Für unseren Vorsitzenden Marc Lenz, der diese Pflege über die letzten Jahre gemeinsam mit Richard Herdtle ausführte, keine leichte Entscheidung. Aber dafür nahmen zahlreiche neue, herausfordernde Aufgaben Gestalt an. Diese sind in dem Kapitel „Geänderte Ziele und Aufgaben“ beschrieben.
Obstverwertung
Obstanlieferung
Neben der Beratung bezüglich Pflanzung und Pflege der Obstbäume war der Obstbauverein seinen Mitgliedern auch bei der Vermarktung des Obstes behilflich. So erfahren wir, dass im guten Obstjahr 1937 reichlich Tafelobst und Mostäpfel an der hierfür eingerichteten Sammelstelle angeliefert wurden.
Ab 1946 übernahm Konrad Rost die Obstannahme in seiner Garage Ecke Olga-/Neue Straße. Da auch die Spar- und Darlehenskasse ihre Aufgabe in der Vermarktung des geernteten Obstes sah, wurde eine Regelung der jeweiligen Interessen erforderlich. Anlässlich einer gemeinsamen Sitzung des Obstbauvereins und der Spar- und Darlehenskasse Deizisau betreffs „Erfassung des Wirtschafts- und Tafelobstes innerhalb der Gemeinde“ wurde folgende Vereinbarung getroffen: Das Wirtschaftsobst wird wie in früheren Jahren im Lagerhaus der Spar- und Darlehenskasse und das Tafelobst in der Garage von Konrad Rost gesammelt.
Der Obstbauverein betrieb diese Vermarktung bis 1959. Dagegen wurde im Lagerhaus der Spar- und Darlehenskasse weiterhin das Mostobst gesammelt. Bis in die 90er Jahre bildeten sich an den Obstannahmetagen in der Neue Straße lange Schlangen von Schleppern und Handwagen, die mit Obstsäcken beladen waren. Die Säcke mussten zunächst im ersten Stock über die Waage, um dann im zweiten Stock über eine Rutsche auf einen bereit-gestellten LKW entleert zu werden. Die Ablieferer halfen sich gegenseitig bei dieser körperlichen Anstrengung und nutzten die oft stundenlangen Wartezeiten zu einem Schwätzchen.
Im Jahre 1992 wollte die Deizisauer Bank die Bedingungen für die Obstanlieferer verbessern. Geplant war die Ansiedlung eines WLZ-Marktes, der auch ein größeres Warenangebot bereitstellen sollte. Als Baugrundstück war ein in Gemeindebesitz befindliches Gelände in der Ludwigstraße angedacht. Da der Gemeinderat der Ansiedlung dieses Marktes wegen des befürchteten Verkehrsaufkommens trotz einer Resolution des Obstbauvereins und Fürsprachen aus der Bevölkerung nicht zustimmte, kam das Bauvorhaben nicht zustande.
Die Obstanlieferer nutzten mehr und mehr die besseren Anlieferbedingungen in der näheren Umgebung, vor allem beim WLZ-Markt in Köngen, aber auch bei den umliegenden Mostereien. Der Warenverkauf der Deizisauer Bank und damit auch die Obstannahme, wurden 1998 eingestellt. Im Jahre 2000 musste der 1926 erbaute Lagerschuppen an der Ecke Neue-/ Zehntstraße einem Wohnhaus weichen.
Die Mostereien in Deizisau
Von Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts war der Most das schwäbische Hauptgetränk. Aber häufig wurde die Beschaffung der Mostäpfel zum Problem. Hagelschläge um die Wende zum 20. Jahrhundert hatten die Obstbäume auf der Gemarkung schwer geschädigt. Der Darlehenskassenverein hatte sich der nicht leichten Aufgabe verschrieben, für die Deizisauer den erforderlichen Rohstoff zu beschaffen.
Dies geschah meist durch Ankauf im Ausland. Allerdings musste man hierfür tief in die Tasche greifen. Im Jahre 1890 kostete ein Zentner Mostäpfel 4.59 Mark. In dieser Zeit verdiente ein Fabrikarbeiter 2,50 Mark am Tag. Zwei bis drei Monate musste er also arbeiten, um die für diese Zeit üblichen Mostmengen zu erwerben. Der Darlehenskassenverein beklagt deshalb im Jahre 1901, dass aus Obstverkäufen aus den Jahren 1897 bis 1899 noch 7800 Mark ausstünden. Dieser Most war natürlich längst getrunken.
Auch später gab es Ärger, weil ein Waggon der Eisenbahn mit Karbolineum behandelt war, rochen Apfel und Most nach diesem Stoff. Ein anderes Mal waren die auf offenen Waggons transportierten Äpfel von hartnäckigem Ruß überzogen und mussten in mühevollem Handwaschgang gereinigt werden. 1949 wurde zum letzten Mal Mostobst aus dem Ausland bezogen.
Zur Herstellung des Mostes stand noch in den Jahren 1950 bis 1960 die eigene Mostpresse oder zumindest die des Nachbars zur Verfügung. Es war ein zeit- und kraftaufwendiger Vorgang bis der Most im Fass und im Keller war. Mahlen, pressen, setzen lassen – und wieder pressen, diesmal mit Verlängerung, damit auch ganz gewiss der letzte Tropfen abgerungen wurde. Der ausgepresste Trester wurde nun wieder mühsam aufgelockert, in eine Holzhütte gebröselt und mit Wasser (!) angesetzt. Nach einer Woche wurde der Pressvorgang mit dieser angesetzten Maische erneut gestartet. Erst danach wurde der Trester an das Vieh verfüttert. Somit war das Obst hundertprozentig verwertet.
Häufig fielen gerade die Schuppen oder Hausanbauten, in der diese kleinen, von Hand betriebenen Mahlwerke und Pressen standen, der Ortskernsanierung zum Opfer. Die Folge war, dass immer weniger Anlagen zur Mostherstellung zur Verfügung standen.
Den Bedarf für größere Mostereien erkannte der Viehhändler Heilemann bereits 1954. Er erneuerte die noch aus dem Jahre 1930 stammende Moste in der Holdergasse. Wilhelm Fischer hatte diese Anlage damals eingerichtet. Sie hatte zwar schon eine hydraulische Presse, aber das Mahlwerk wurde über eine Transmission angetrieben und die Maische mit einem Bandschöpfer in die Presse gefüllt. Die neue moderne Anlage wurde von Else Heilemann mit Unterstützung von Alfred Masur und später von Gerhard Simon betrieben.
An den Tagen, an denen gemostet wurde, herrschte Hochbetrieb in der Scheune und in der Holdergasse. Nicht nur aus Deizisau kamen die Mostliebhaber. Denn man konnte hier sein eigenes Obst vermosten und in bereitgestellten Fässern oder Kannen nach Haus transportieren. Else Heilemann stellte den Betrieb 1995 ein.
Die Scheune dieser Pressanlage lag im Sanierungsgebiet von Deizisau und wurde inzwischen abgerissen . Wesentlich früher, nämlich 1959 wurde die von Rudolf Seifried im Löwen betriebene öffentliche Mosterei eingestellt.
Im Jahre 1989 erstellte der 2. Vorsitzende des Obst-und Gartenbauvereins Deizisau, Helmut Schmidetter, in seiner Feldscheuer in der Kirchstraße eine etwas kleinere Anlage. Mit einem Druck von 300 bar erreicht sie eine Presskraft von 50 Tonnen. Der Kassier des Obstbauvereins und Schwiegersohn des Erbauers, Matthias Pfeifer, betrieb bis 2005 diese Mosterei, die nach seiner Frau „Inges Moste“ benannt wurde. Heute wird diese Mosterei einmal im Jahr anlässlich der CidreProduktion in Betrieb genommen.
Schnapsbrennereien in Deizisau
Im August 1985 wurde im Gebäude Olgastraße 20 in Deizisau die Obst-Abfindungsbrennerei durch Helmut Schmidetter und seiner Ehefrau Elise eingerichtet. Nach dem Tod des Brennerei-Gründers Helmut Schmidetter im Jahr 1992 wurde die Brennerei 1997 durch dessen Tochter Doris Mössinger übernommen.
Das alte Wohngebäude Olgastraße 20 wurde im Sommer 1997 abgebrochen und an gleicher Stelle ein neues Wohn- und Geschäftsgebäude erstellt. Auf der Rückseite des Gebäudes befindet sich seit August 1998 die auf modernstem Standard eingerichtete neue Brennerei. Das alte, holzbefeuerte Brenngerät wurde durch ein ölbefeuertes, mit neuester Technologie ausgestattetem Brenngerät ersetzt. In der Brennerei wird eigenes Obst, überwiegend Apfel, Birnen und Zwetschgen verarbeitet. Das Obst wird je zur Hälfte in einer Obstanlage und im Streuobstbau in unserer Gemeinde Deizisau erzeugt. Über Jahre wurden diese Brände mit Medaillen und Prämierungen ausgezeichnet.
Die Brennerei wird heute von Michael Mössinger in 3. Generation betrieben. Die erzeugten Obstbrände werden auch weiterhin zur Prüfung und Wertung bei den Prämierungen des Kleinbrennerverbandes Nordwürttemberg angestellt und sind weiterhin sehr erfolgreich.
Neben dem eigenen Obst konnte früher für ca. 20 Stoffbesitzer Obstwasser gebrannt werden. Wenn alles stimmt – ernten von vollreifen Früchten, sauberes Einmaischen und eine zeitgerechte Vergärung des Obstes – dann ist für jeden Stoffbesitzer der selbsterzeugte Schnaps auch ein Lohn für die Mühen, die man das Jahr über mit dem Stückle und den Bäumen hat und somit eine Bestätigung seiner Arbeit.
Geänderte Ziele und Aufgaben
In den Gründerjahren, aber auch in der Zeit während und nach des zweiten Weltkrieges, spielte die lokale Obsterzeugung eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Bevölkerung. Viele waren froh, sich aus dem eigenen Garten und von den eigenen Wiesen versorgen zu können. Die Ausstellungen dienten dem Vergleich der Obstsorten und waren als Verkaufsausstellungen angelegt.
Heute hat das lokal erzeugte Obst seine ursprüngliche Bedeutung nahezu verloren. Zu jeder Jahreszeit steht aus aller Welt eingeflogenes Obst bereit. Sicher haben auch die schlechten Lagerbedingungen in den überall neu entstandenen Wohngebäuden dazu beigetragen, dass auch der früher in jedem Haus fast ausnahmslos getrunkene Apfel- oder Birnenmost anderen Getränken weichen musste.
Die Lebensgewohnheiten der Menschen haben sich gerade in den letzten zwanzig Jahren deutlich verändert. Man fragt zunächst nach dem persönlichen Nutzen seines Tuns. Der monetäre Nutzen des Obstbaus ist aber heute keinen Falls mehr gegeben.
So kommt es immer mehr vor, dass Obst auf den Bäumen und Wiesen verdirbt. Überzeugten Verfechtern des lokalen Obstanbaus wird klar, dass riesige Herausforderungen zu bewältigen sind.
Die Motivation zum Erhalt und zur Pflege der Obstbaumwiesen liegt nur noch bedingt in der Freude an einer reichlichen Obsternte. Vielmehr ist der Erhalt unserer alten Kulturlandschaft, zu der nun einmal die Obstgärten und die Baumwiesen gehören, enorm an Bedeutung gewonnen. Hier haben die Obstbauvereine eine wichtige Aufgabe zu übernehmen. Baumpflanzaktionen in Verbindung mit dem Vogelschutz stehen heute dem Pflanzenschutz und der Pflege alter Obstsorten an Bedeutung nicht mehr nach.
In den Hausgärten sind anstelle der Obstbäume und Beerensträucher zunehmend Ziersträucher und Stauden anzutreffen. Aber auch diese machen nur Freude, wenn die erforderlichen Schnitt- und Pflegemaßnahme fachkundig durchgeführt werden.
Dieser neuen Aufgabe hat sich der Verein angenommen und er bietet deshalb seit geraumer Zeit auch Schnittkurse für Ziersträucher an und berät bezüglich Pflanzung und Pflege.
Wege zum Erhalt der Streuobstwiesen
Unsere schönen Streuobstwiesen können langfristig nur erhalten werden, wenn es gelingt dem Obst den ihm angemessenen Wert wieder beizumessen. Der Verein versucht dies deshalb mit den unterschiedlichsten Ansätzen.
Streuobstmesse
Der 2011 durchgeführten Streuobstmesse, bei der Obstbäume zum Abernten angeboten wurden, war nur ein bescheidener Erfolg beschieden. Heute wird diese Idee seitens des Landkreises mit der Aktion „Gelbes Band“ fortgeführt. Der nur mäßige Erfolg entmutigte die Vorstandschaft aber nicht. Wenn der Apfel kein Anreiz bietet, dann vielleicht doch das fertige Produkt.
750 Jahrfeier
Anlässlich der Feier 750 Jahre Deizisau zeigte der Verein vielfältige Möglichkeiten, einen Apfel zu verwenden und servierte der Bevölkerung 750 Stück Apfelkuchen, die in Großeinsatz produziert wurden, um dann in vielen Deizisauer Backöfen termingerecht gebacken zu werden. 750 Liter Apfelsaft durften natürlich nicht fehlen.
Cidre
Da der Mostkonsum über die Jahre hinweg stetig abnahm und auch die Versuche Apfelsaft in Bag´n Box Kartons zu vermarkten nur bedingt angenommen wurde, wagte der Verein einen weiteren Anlauf, das heimische Obst bestmöglich zu verwerten und auch zu vermarkten. Das Streuobst wird vollreif gesammelt und in Inges Moste zu Süßmost verarbeitet. Mit Hilfe eines befreundeten Winzers wird die Gärung gesteuert und zum richtigen Zeitpunkt abgestoppt, der Saft filtriert, dann unter Gas in Flaschen gefüllt, um als „Deizisauer Cidre“ genießbar zu werden. Anlässlich des Neujahr – Empfangs der Gemeinde konnte im Jahr 2019 ein erster Versuch unternommen werden, der sich seither als Dauerbrenner erwies. Jährlich produziert der OGV Deizisau seither ca. 500 Flaschen erfrischendes prickelndes Trinkvergnügen, das sich im Ort und darüber hinaus großer Beliebtheit erfreut.
Obstlehrgarten Obere Kirchstraße
Die Obstausstellungen, die erste wurde bereits 1927 gestaltet, waren in den Anfangsjahren des Vereins reine Verkaufsmessen. Die ansässigen Obsterzeuger präsentierten dabei stolz ihr breites Angebot an Obst. Dies nicht nur in Deizisau, sondern auch bei Veranstaltungen des Kreisverbandes in Esslingen. Die dabei errungenen Preise und Auszeichnungen waren Zeuge der Leistungsfähigkeit der Vereine. Die Ausstellungen, ab 1951 ausschließlich im Rahmen der Jubiläen mit besonderem Glanz gestaltet, waren somit eine wohl durchdachte Möglichkeit, den Verein und seine Leistungen zu präsentieren.
Durch das in den Supermärkten ganzjährig üppig angebotene Obst, nahm das Interesse an lokalem Obst zusehends ab. Dieser Trend war nicht aufzuhalten. Im Jahre 2001 fand deshalb die letzte Obstausstellung in der ursprünglichen Form statt. Aber die Vereinsführung plante schon eine neue Präsentationsform: den Obstgarten.
Mit dem Grüngürtel im Wohngebiet „Obere Kirchstraße“ schuf die Gemeinde einen wertvollen Biotop inmitten der Bebauung. Diesen attraktiven Grünzug als komplette Präsentation vom Baum bis zum Obst zu nutzen, nahm im Verein 2007 konkrete Gestalt an. Verschieden Baumformen und Obstsorten sollten dabei Berücksichtigung finden.
In einem großen Bereich wurde der alte Baumbestand mit seinen Hochstämmen erhalten. Diese Baumart repräsentiert eindrucksvoll den Charakter unserer Kulturlandschaft.
Ein zweiter Bereich wurde den heute wegen seiner guten Zugänglichkeit überwiegend gepflanzten Halbstämmen gewidmet. Individuelle Aufmerksamkeit erfuhren aber Spalieranlagen, die sich besonders für die immer kleiner werdenden Hausgärten eignen. Und schließlich fanden in dem vierten Quartier die Wildfrüchte, denen wir unser heutiges Obst verdanken, einen ihnen gebührenden Platz.
Die Bepflanzung erfolgte unter enormem Einsatz der Mitglieder im November 2008. Zum Frühlingsanfang 2009 wurde der Obstgarten mit einem Festgottesdienst feierlich eingeweiht.
Mancher Bürger hat durch eine Patenschaft seinen Baum auserkoren. Die eigentlichen Nutznießer sind die Bewohner, die nicht nur die Früchte genießen können, sondern ganzjährig die Natur rund um den Obstbaum erleben dürfen.
Der Verein leistet mit dem Obstgarten einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zur Werbung für unser lokales Obst und damit für den Erhalt unserer Streuobstwiesen. Vor allem demonstriert er aber, eingebunden in der Wohnbebauung, die Vielfalt der Obstbäume und deren Früchte. Ganz nebenbei ist durch den Obstgarten ein beachtenswerter Biotop entstanden.
Gartennützlinge
Das Spritzen der Bäume muss dort erfolgen, wo die natürlichen Gegner der Schädlinge sinnvoll unterstützt oder wo diese nicht wirken können. Dieses Zusammenspiel hat man bereits in den Anfangsjahren unseres Vereins erkannt. Obwohl Obstbauinspektor Renz schon 1935 immer wieder die Spritzungen empfahl und sich auch für die Anschaffung einer vereins-eigenen Spritze stark einsetzte, zeigte gerade er den Vorteil der Nützlinge auf. Besonders die Vögel hatten es unseren Vereinsgründern angetan. So erfahren wir aus den Protokollen unseres Vereins, dass im Jahre 1937 die geplante Winterfütterung der Vögel durch den Verein nicht stattfinden konnte „indem es Schwierigkeiten bei der Beschaffung des Vogelfutters gab“. 1938 stimmte man in der Hauptversammlung sogar einer Beitragserhöhung von 1 Mark auf 1,50 Mark zu, um die Vogelfütterung finanzieren zu können. Als erstes wurden dann Futterkästen angeschafft.
Aus dem Jahre 1942 wird stolz vermeldet, dass es gelungen sei, 12 Zentner Vogelfutter zu erhalten.
Baumwart Schmid schlug vor, fünf Futterstellen zu eröffnen und zwar gleichmäßig, um die Vögel in die Ortschaft zu locken. Alsbald wurden Verantwortliche festgelegt: August Dörnach, Gewand Wasen und Keltergärtle, Albert Huttenlocher, Gewand Brühl und Hölzle, Wilhelm Seifried, Gewand Daiber, Wört und Wingert, Heinrich Schmid, Gewand Halde und Kirchäcker, Vorstand Taxis, Gewand Hofäcker und Wüste.
Werden heute unsere gefiederten Freunde durch Fütterungen und Nistkästen unterstützt, so wissen wir, dass die Einhaltung der hierfür gültigen Regeln wichtig ist. Müssen wir im Sommer mit der Spritze agieren, so haben wir noch auf ganz andere Nützlinge zu achten. So unterstutzen uns mit Blattlausschlupfwespe, Gallmücke, Schwebfliege, Florfliege oder dem geliebten Marienkäfer ganze Schwadronen im Kampf gegen Blattläuse.
Wenn es so richtig blüht, sind andere Helfer zugange. Wir können davon ausgehen, dass Bienen und Hummeln zu 90 Prozent an der Bestäubung unserer Obstbaumblüten beteiligt sind. Es ist deshalb eine Selbstverständlichkeit, dass wir auf diese Helfer Rücksicht nehmen.
Inzwischen entstand deshalb in unserem Obstgarten Kirchstraße auch ein schönes Insektenhotel, das von Kindern und Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der Zehntscheuer Deizisau erstellt wurde.
Fleckenmoste
Mit der Fleckenmoste, die 2004 zum ersten Mal durchgeführt wurde, verfolgt der Verein einen weitern Weg, unsere wertvollen Streuobstwiesen zu erhalten. Die Obstbäume zieren nicht nur unsere Umgebung, sie bieten viele Lebewesen ihren Lebensraum und sind nicht zuletzt Lieferanten von vielfältigen Früchten.
Wie beim Bau des Insektenhotels sind auch hier unsere Kinder angesprochen.
Um ihnen dieses Zusammenspiel zu verdeutlichen, spielen sie eine wichtige Rolle, wenn bei der „Fleckenmoste“ einmal im Jahr in Inge`s Moste die Äpfel gewaschen, gemahlen und gepresst werden. Schon früh am Tag sind die Kinder unter den Apfelbäumen unterwegs und sammeln die Früchte in ihre Körbchen. In der Moste verfolgen sie interessiert wie die Äpfel zerkleinert, die Maische eingefüllt wird und sich die Presse unter Ächzen ganz langsam bewegt. Schließlich fließt der Saft in den Mostbottich. Zur Belohnung für ihren Fleiß und ihre Ausdauer dürfen sie dann den frisch gepressten Saft probieren.
Interessant ist selbst für die Erwachsenen zu erfahren, dass Apfelkuchen nicht gleich Apfelkuchen ist. Je nach Apfelsorte schmeckt der Kuchen doch tatsächlich ganz anders.
Inzwischen hat sich die „Fleckenmoste“ zu einem geselligen Treff beim Genuss von Obstspezialitäten entwickelt.
Sträucherschnitt in Hausgärten
In den immer kleiner werdenden Hausgärten haben Obstbäume meist keinen Platz. Dafür sorgen dort Sträucher und Stauden für Grün und Blüten für unsere Insekten. Der Verein bietet deshalb stets gut besuchte Unterweisungen zu Schnitt und Pflege dieser kleinen grünen Inseln an.
Grünbeete im Ort
Als Kontrast zu den oft zu Steinwüsten umgestalteten Vorgärten hat der Verein unter Initiative von Vorstand Marc Lenz gezeigt, dass und wie es auch anders gehen kann. Mit zahlreichen Beeten unterschiedlichster Bepflanzung wurden im Ortskern zahlreiche Straßenzüge aufgewertet.L16 bis L18 Selbst die kleine Anlage im Garten der Seniorenwohnanlage erfuhr durch den OGV eine vollendete Verschönerungskur L19 und 20. Verschieden Kräuter und Blumen sorgen dafür, dass es das ganze Jahr über in verschiedenen Farben blüht. Damit gelang es dem Verein nachhaltig den Gedanken des Blumenschmuckwettbewerbs früherer Jahre, nämlich den Ort mit Blumen farbig zu gestalten, wieder zu beleben.
Das Obstjahr
Winterschnitt
Das fachgerechte Schneiden der Obstbäume ist der erste Schritt zu einem erfolgreichen Obstjahr. Hierbei gilt es vor allem die Bäume im oberen Bereich offen zu halten und keine starken Äste zu dulden. Dadurch wird eine gute Belichtung des Baumes im unteren Bereich garantiert. Gut belichtete Bäume sind weniger Schorf- und Mehltau gefährdet, da der Baum schneller abtrocknen kann und deshalb weniger Infektionsgefahr besteht. Diese einfache Regel versucht der Verein seit seiner Gründung zu vermitteln und umzusetzen. Immer wieder finden wir dies in den Protokollen nachzulesen. Natürlich macht hier jeder auch gerne seine eigene Erfahrung. Zudem bleibt die Erkenntnis der Fachleute nicht stehen. So hat beispielsweise der von unseren Gründern gelehrte und bevorzugte Eschbergschnitt ausgedient.
Um die Weiterentwicklungen im Obstbau und Baumschnitt zu vermitteln, bietet der Verein regelmäßig die gutbesuchten Winterschnittkurse an. Diese mussten früher Sonntag nachmittags durchgeführt werden, weil keine andere Zeit zur Weiterbildung zur Verfügung stand.
Während früher das Holz fein säuberlich zusammengelesen und in „Krähen“, d.h. kleinen Büscheln aus Zweigen und Ästen, nach Hause genommen wurde, um es dort sinnvoll im Holzherd zu nützen, war dieser Bedarf mit der Einführung der zentralen Ölheizung in den sechziger Jahren nicht mehr gegeben. Das Holz wurde jetzt einfach auf dem Grundstück verbrannt.
Um diese Verbrennungsaktionen zu zentralisieren, richtete die Gemeinde den sogenannten Brandplatz in der Nähe der heutigen Grünmüllsammelstelle ein.
Bald erkannte man jedoch, dass man den Holzschnitt besser nutzen kann, indem er gehäckselt und zu Humus verarbeitet wird. Die Gemeinde Deizisau erstellte deshalb 1987 auf dem Gelände des alten Auffüllplatzes eine sog. Grünmüll-Sammelstelle. Das dort gesammelte Holz wird vor Ort gehäckselt und zur Kompostierstelle gefahren. Der Kompost wird zurückgebracht und steht den Bürgern zur Verfügung.
Blütenumgang
Bereits in den 30er Jahren führte der Obstbauverein Blütenumgänge durch. Regelmäßig finden diese Umgänge seit 1966 statt. Gerade in der Blüte werden die Auswirkungen von Schnitt und Pflege besonders deutlich. Schon in den Vorkriegsjahren wurden solche Umgänge benutzt, um vor Ort Themen wie Sortenauswahl und „die damit mögliche Abwehr der ausländischen Konkurrenz“ zu diskutieren.
Dass Deizisau hierfür klimatisch nicht die allerbesten Voraussetzungen hat, verdeutlicht sich an einem Rat von Obstbauinspektor Renz: „Man solle sich mit Vorsicht der in der Preisgruppeneinteilung höher bewerteten Sorten annehmen, um später keine zu großen Ausfälle an Obst zu erleiden, indem wir in Deizisau unsere Obstgüter auf der Nordseite besitzen“.
Einige Jahre später konnte Kreisobstbauinspektor Mack jedoch bestätigen, dass in Deizisau gutes Obst erzeugt und dass einige Erzeuger mit modernen Obstanlagen Pionierarbeit geleistet hätten.
Heute findet stets Ende April eine Begehung zu Begutachtung unserer Obstbäume statt. Unter fachkundiger Führung unseres Vorstands Marc Lenz wird nicht nur der Blütenstand, sondern auch die winterliche Baumpflege beurteilt.
Seit 1982 wird der Blütenumgang mit einer zünftigen Hocketse abgeschlossen. Der frühere Vorstand Helmut Bienz schaffte hierzu den passenden Rahmen in seinem Garten in der Vorderen Halde. Die steigende Zahl an Besuchern und Gästen war Veranlassung diese lieb gewordene Tradition 1998 in „Inges Moste“ in der Kirchstraße zu verlegen. Bei gegrillter Wurst und ansprechender Musik der Montagsörgler kann die zu erwartende Obsternte prächtig diskutiert werden.
Sommerschnitt
Der Sommerschnitt wurde erst in den 60er Jahren populär. Heute wird er regelmäßig durchgeführt, kann die Baumentwicklung doch maßgeblich durch ihn beeinflusst werden. Übermäßige Assimilation und der damit verbundene starke Wurzelwuchs kann unterbunden werden. Außerdem kommt der Sommerschnitt dem Wachstum und der Belichtung der Früchte zugute. Der Sommerschnitt hat deshalb heute an Bedeutung stark gewonnen, wird aber immer noch wenig durchgeführt, weil wohl im Sommer andere Tätigkeiten im Vordergrund stehen.
Obstausstellungen
Bereits im Jahre 1927 wurde die erste Obstausstellung des Obstbauvereins Deizisau abgehalten. Sie sollte der Bevölkerung die Leistungsfähigkeit des ortsansässigen Obstbaus verdeutlichen und den Einfuhren aus dem umliegenden Ausland entgegenwirken. Zusätzlich war sie aber auch als Fachinformation der Obstbauern bezüglich neuer Sorten, Anbau- und Pflegemaßnahmen sowie der Schädlingsbekämpfung angelegt.
Weitere Obstausstellungen folgten 1929 und 1931, obwohl die „Qualität 1931 durch den Hagelschlag wesentlich beeinträchtigt wurde.“ 1933 erhielt der noch junge Verein anlässlich der Bezirks-Obstausstellung in Esslingen ein Diplom für hervorragende Leistungen.
Anlässlich der Hauptversammlung am 19.1.1936 erfolgte die Ausstellung eines Obstsortiments für die hiesige Gemeinde durch Baumwart Heinrich Schmid. Die nächste Obstausstellung fand 1937 anlässlich des Erntedankfestes im Ochsen-Saal statt. 16 Aussteller stellten 34 Apfelsorten aus. Die gutbesuchte Ausstellung gab dem Verein weiteren Auftrieb.
Die erste Obstausstellung nach dem 2. Weltkrieg wurde am 14. November 1948 ebenfalls im Ochsen-Saal durchgeführt. Dass sich dabei 38 Aussteller mit 22 Obstsorten beteiligten, zeigt, dass es sich noch immer um Verkaufsausstellungen handelte.
Am 17.10.1948 stellten 38 Aussteller 220 Sortimente aus. Die Ausstellung wurde ergänzt durch eine Geräte-Ausstellung der Firma Hägele, der Imker sowie der Spar- und Darlehenskasse Deizisau. Die entstandenen Unkosten wurden durch einen Eintrittspreis von 30 Pfennig gedeckt.
Ab 1951 fanden die Ausstellungen im Wesentlichen nur noch im Zusammenhang mit Jubiläums-Veranstaltungen des Vereins oder des Verbandes statt. Damit vollzog sich ganz allmählich der Wandel von der Leistungsschau zur Information der Mitglieder und noch mehr zur Präsentation des Vereins. Immer weniger waren die einzelnen Obstsorten als vielmehr das Erscheinungsbild des Vereins gefragt. Bei der Gestaltung der Ausstellungen in den Jahren 1966 bis 1996 hat sich besonders Willi Schurr in bleibende Erinnerung gebracht. Die inzwischen viel bewunderten sechskantigen Kisten mit ihrer wabenförmigen Anordnung fertigte Walter Fahrion. Eugen Renz war für die Transporte der sorgfältig vorbereiteten Elemente verantwortlich.
1972 erzielte der Verein anlässlich einer Ausstellung in Esslingen eine Gold-Medaille. 1978 beteiligte man sich anlässlich der 1200-Jahr-Feier der Stadt Esslingen an einer Ausstellung im Alten Rathaus. In den Esslinger Tiefgaragen erfolgte die Ausstellung
1981 anlässlich des 50. Geburtstages des Kreisverbandes Esslingen. Auch am 60-jährigen Jubiläum des Kreisverbandes in der Körschtal-Halle Scharnhausen beteiligte sich der Verein. Die Kosten für diese Ausstellung beliefen sich auf 449,80 DM.
Die letzte Obstausstellung fand anlässlich des 75-jährigen Jubiläums statt. Heute werden Obst und Bäume als Einheit im Obstlehrgarten Kirchstraße präsentiert.
Blumenschmuck
Im Jahre 1967 veranstalteten der Obstbauverein und die Gemeinde zum ersten Mal einen Blumenschmuck-Wettbewerb. Das Motto war: Gestaltung und Erneuerung des Dorfbildes. Durch gepflegte Vorgärten und Balkone sollten prächtige Farbtupfer im Ortsbild entstehen. Zur Einstimmung der Bevölkerung in dieses Thema fand am 15.2.1967 im Ochsen eine „Aufklärungsveranstaltung“ statt. Kreisoberinspektor Mack gab anhand eines Dia-Vortrages Anregungen zur Gestaltung von Gärten und Balkonen. 39 Blumenfreunde stellten sich der kritischen Bewertung des Schiedsgerichtes, das sich wie folgt zusammen-setzte: Kreisoberinspektor Mack, Bürgermeister Ertinger, Vorstand Walter Fahrion, Gemeindepfleger Richard Kielmann und Gärtnerin Renate Buhl. Einen 1. Preis erhielten Gotthard Austel und Philip Bingel.
1972 veranstaltete die Gemeinde anlässlich des Landes-Obstbautages in Esslingen wiederum einen Blumenschmuckwettbewerb. Die Organisatoren waren der Obstbauverein sowie der Siedler- und Kleingärtnerverein. Bürgermeister Ertinger konnte von Landrat Schall einen 1. Preis für unsere Heimatgemeinde Deizisau in Empfang nehmen. Solch schöne Erfolge waren Ermunterung und Verpflichtung zugleich.
Weitere Wettbewerbe wurden deshalb 1976, 1982, 1988, 1989, 1992 und 1996 durchgeführt. 1992 konnten bei einer Rekordbeteiligung 181 Preisträger ermittelt werden. Mit einem Dia-Vortrag dokumentierte der erste Vorsitzende Helmut Bienz am 20.11.1992 die gepflegten Vorgärten und Balkone sowie die schönen Blumenbeete und gelungenen Anlagen der Gemeinde. Erfreulicherweise haben vereinzelt Bürger die Pflege dieser Anlagen übernommen. Diese gern gesehenen Patenschaften wurden von der Verwaltung gefördert, zeigen sie doch das Interesse der Deizisauer an der Pflege der öffentlichen Anlagen.
Mit dem 75-jährigen Jubiläum wurde die Aktion „Blumenschmuck“ eingestellt. Heute prägen kleinere, prächtig gepflegte Vorgärten sowie die angesprochenen Blumenbeete entlang der Straßen das Ortsbild.
Geselligkeit
Vereinsausflüge
Die eintägigen Vereinsausflüge wurden früher ausschließlich zur Information und Weiterbildung der Obstbaufreunde durchgeführt. 1937 ging der Ausflug nach Hohenheim. Das Interesse galt der Auswirkung von Spritz- und Düng ermitteln auf Baumwuchs und Ertrag. 1938 wurde die Bezirksobstschau in Friedrichshafen besucht. Nach dem zweiten Weltkrieg luden Obstbauinspektor Hermann nach Ludwigsburg (1947) Baumwart Geiger nach Schanbach (1948). Auch die Anlagen des Pomologen Palmer fanden das Interesse des Vereins (1958).
Bereits in den 70er Jahren änderte sich der Charakter der Ausflüge. Zwar werden nach wie vor die Landes-und Bundesgartenschauen besucht (1985 sogar die Bundesgartenschau in Berlin per Flugzeug), doch das Interesse verlagerte sich mehr und mehr auf den Besuch attraktiver Landschaften und Städte in ganz Europa. Walter Fahrion, der diese Reisen sorgfältig auswählte und plante, erinnert sich noch gerne an die schönen gemeinsamen Erlebnisse. Der dreitägige Ausflug nach Bozen / Südtirol (1973) nimmt sich noch bescheiden aus gegen die sechstägige Reise nach Nizza (1974). Mit Wien (1976), Paris (1984), Venedig (1987), Florenz (1994) oder Brüssel (1995) standen eindrucksvolle und unvergessene Kulturreisen an. Sofort nach der „Wende“ geht es ins Fichtelgebirge und damit in die neuen Bundesländer (1990). Im Jubiläumsjahr ging es wieder nach Nizza.
Diese Reisen werden von den Mitgliedern sehr gerne angenommen. Helmut Bienz pflegt die Tradition seines Vorgängers Walter Fahrion mit gleichem Elan und gleicher Sorgfalt. Ein spannender Tagesordnungspunkt des Familienabends im November eines jeden Jahres ist deshalb der Rückblick auf die zurückliegende Reise und die Festlegung des Reiseziels für das neue Jahr. Nur einmal kam die geplante Reise wegen zu geringer Beteiligung nicht zustande (1991 ins Rhonetal).
Suse Taxis und Elfriede Herdtle organisierten von 2007 bis 2009 die stets gut angenommenen Ausflüge.
Ab 2010 pflegten Traudl und Manfred Graf diese bei den Mitgliedern sehr geschätzte Tradition. Der letzte Ausflug führte 2019 in die Wachau.
Wachau (2019)
Deizisauer Festtage
Wie jeder Verein ist auch der OGV ein fester Bestanteil der jährlichen Festtage und zeigt sich mit seinem Festwagen und Mostexpress von seiner besten Seite.
Familienabend
Traditionell trifft sich der OGV am Buß- und Bettag am Abend zu einem Ausklang des Garten- und Obstjahres. Über viele Jahre hinweg wurde hier erzählt und beschrieben, was gut geklappt hat und was nicht. Solange der Jahresausflug ein fester Bestandteil des Programms war, wurde hier eine große DiaShow vorgeführt und die Reiseteilnehmer konnten nochmal die Erlebnisse gemeinsam kommentieren und genießen. Nachdem bereits auf der Heimfahrt über die nächsten möglichen Ziele gesprochen worden war, hieß es nun abzustimmen, wohin die nächste Reise führen sollte. Oft waren schon am Abend die meisten Plätze gebucht. Mit dem Ausscheiden von Manfred und Traudel Graf aus dem Team, den Corona Jahren brach der mehrtägige Ausflug im OGV ab. Heute schmökern wir in den vergangenen Ausflügen, denn inzwischen sind alle Dias digitalisiert und lassen mit den Bilder das Jahr vor Ort Revue passieren.
Unser Verein im Wandel der Zeit
Veränderte Lebensgewohnheiten – veränderte Landschaften
Die Luftaufnahme der Markung der Gemeinde Deizisau aus dem Jahre 1944 macht deutlich, dass auch bei uns die überbaute Fläche für Wohngebiete, Industrieansiedlungen und Straßen enorm gestiegen ist. Das Neubaugebiet „Obere Kirchstraße“ ist inzwischen hinzugekommen. Gerade dieses Baugebiet ist allerdings ein gutes Beispiel, wie die Natur möglichst wenig beeinträchtigt wird. Großzügige Grünzonen und Hochstämme entlang der Straßen und Wegeverbindungen sowie Mietergärten lockern die Bebauung auf. Allerdings führten auch hier die Baupreise dazu, dass die Hausgärten immer kleiner und deshalb meist als Ziergärten angelegt wurden. Für den klassischen Hausbaum ist kein Platz mehr vorhanden.
Die Züchtung kleinkroniger und schwach wachsender Obstbäume ermöglicht inzwischen den Anbau von Obst auf kleinsten Flächen. Diese Baumart hat inzwischen auch auf Obstwiesen und Obstgärten Einzug gehalten. Der ursprüngliche Hochstamm weicht mehr und mehr Halbstämmen oder eben diesen Spindeltypen.
Der Verfall der Obstpreise tut ein Zusätzliches, dass ältere Bäume gefällt und nicht mehr ersetzt werden. Die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der Menschen stellen den lokalen Obstanbau nicht mehr unbedingt an die vorderste Stelle. So entstehen immer mehr baumlose Wiesen, was den Charakter unserer Kulturlandschaft enorm verändert. Diese Tatsache soll und muss durch die von Gemeinden und Vereinen initiierten Baumpflanzaktionen entgegengewirkt werden.
Das Beispiel der Herrenländer zeigt, dass der Wald sehr schnell zurückerobert, was ihm unsere Vorfahren mühsam abgerungen haben. Durch die schwierigen Randbedingungen in dieser extremen Steilhanglage unterbleibt oft die Pflege der Bäume und das Mähen des Grases. Schnell wachsende Waldbäume breiten sich aus und die alten Obstbäume ersticken. Teilweise lässt sich nur noch ahnen, dass hier bis in die 90er Jahre Obst geerntet wurde. Selbst die 1954 im Rahmen der Flurbereinigung entstandene Gemeinschafts-Obstanlage Gsaid, die lange Zeit als Musteranlage betrachtet werden konnte, zeigt zunehmend Baumlücken oder Waldbäume.
Auch die zunehmende Nutzung der Obstwiesen als Viehweiden oder Pferdekoppeln trägt nicht zum Erhalt des ursprünglichen Landschaftsbildes bei.
Aufgrund des zurückgehenden Obstbedarfes wurde die bis in die 60er Jahre bestehenden, in Gemeindebesitz befindlichen, Baumwiesen im Gewann Egert gerodet. Der Baumbestand, an den sich die alten Deizisauer noch gut erinnern, wurde nicht mehr ersetzt. Heute gedeihen dort Raps, Mais oder Weizen.
Dies alles sind Beispiele, wie sich durch die Lebensgewohnheiten der Menschen die Landschaft verändert.
Vom Erwerbsbau zum Hobbyanbau
Die letzte größere erwerbsmäßig genutzte Anlage wurde im Jahre 1962 von Helmut Schmiedetter erstellt. Der ursprüngliche Erwerbsobstbau spielt in Deizisau allerdings schon lange nicht mehr die Rolle der Gründerjahre. Der stagnierende Bedarf, die Entwicklung der Obstpreise und auch zunehmende Auflagen der Behörden haben sicher dazu beigetragen. Bestenfalls werden noch gute Bekannte und Freunde mit Obst versorgt. Der Obstbau in Deizisau ist überwiegend zu einem schönen aber zweckmäßigen Hobby geworden. Jedoch auch ein Hobby macht erst so richtig Spaß, wenn man Erfolg hat. Deshalb hat der Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern und die Beratung durch Fachleute nichts von seiner Bedeutung verloren. Mehr und mehr rückt jedoch die Pflege und Gestaltung unserer unmittelbaren Umgebung, unserer Naherholungsgebiete und unserer Heimat in den Vordergrund. Hier haben wir eine Verpflichtung und können mit unserem Hobby eine wichtige Rolle übernehmen.
Die Zukunft unseres Obstbauvereins
Wir wollen nicht hoffen, dass unser lokal erzeugtes Obst wieder die enorme Bedeutung gewinnt wie in den ersten dreißig Jahren unserer Vereinsgeschichte.
Die wirtschaftlichen Voraussetzungen haben sich geändert – und das ist gut so. Allerdings wollen wir schon stolz sein auf die Bäume, auf die Obstanlagen, die in Deizisau stehen. Wir müssen verhindern, dass Bäume mangels monetärer Vorteile gefällt und nicht mehr ersetzt werden. Deshalb sieht der Obst- und Gartenbauverein Deizisau in der Pflege und in dem Erhalt unserer alten Kulturlandschaft eine wesentliche Aufgabe für die nächste Zukunft. Baumpflanzaktionen mit pflegeleichten Sorten können hier wirksam entgegensteuern, indem sie den Aufwand für die Pflege in Grenzen halten. Dieser kann weiter reduziert werden, wenn wir – wie erwähnt – die Nützlinge für uns arbeiten lassen. Wir sind sicher, dass auch im Zusammenhang mit der Diskussion um gesunde Ernährung sich so mancher wieder auf das eigene Obst, den eigenen Most oder den eigenen Apfelsaft besinnen wird. Wir sind deshalb zuversichtlich, auch die jüngeren Generationen der Grundstücksbesitzer ansprechen und gewinnen zu können.
Identifizieren Sie sich mit den Zielen des Obst- und Gartenbauvereins Deizisau!
Treiben Sie aktiven Umweltschutz!
Tragen Sie dazu bei, unsere alte Kulturlandschaft zu erhalten!
Werden Sie Mitglied im Obst- und Gartenbauverein Deizisau!
Zum Gedenken unserer verstorbenen Mitglieder
Pflanz‘ einen Baum,
und kannst du
auch nicht ahnen,
wer einst in seinem
Schatten tanzt.
Bedenke Mensch,
es haben deine Ahnen,
eh sie dich kannten,
auch für Dich gepflanzt.
Danksagung
Wir bedanken uns bei allen, die uns gefördert und unterstützt haben, der Gemeinde Deizisau, unseren Fachberatern und unserer Fachberaterin und Verantwortlichen von Kreis und Verband, die uns auf dem 100-jährigen Weg begleitet haben.
Impressum
Die Festschrift erschien anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Obst- und Gartenbauvereins Deizisau e.V. im Februar 2026.
Text: Prof. Dr. Klaus Binder/Marc Lenz
Gestaltung: Obst und Gartenbauverein Deizisau e.V.
Fotos: Obst und Gartenbauverein Deizisau e.V.
Jetzt Mitglied werden!
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